Mit Whitelists die Quarantäne von geschäftlichen E-Mails verhindern
iQ.Suite Tipps & Tricks für Lotus Notes Domino
Spambekämpfung ist mittlerweile zu einem der zentralen
Aufgabengebiete eines Mail-Administrators geworden. Viele Stunden (und
viele Euro) fließen in die Implementierung unterschiedlicher Methoden,
um die unerwünschten Mails zu filtern und somit die Arbeitsprozesse
nicht unnötig zu blockieren. Dass hierbei die eine oder andere Spam-Mail
nicht als solche erkannt und zugestellt wird (False Negative), ist
ärgerlich aber nicht kritisch. Kritisch sind Mails, die
geschäftsrelevant sind und als Spam erkannt wurden - False Positives.
Wird der Benutzer nicht zeitnah über seine quarantinierten Mails
informiert, kann dies unangenehme Folgen haben. Ein Angebot wird im
definierten Zeitrahmen nicht angenommen, ein großer Auftrag geht
verloren, weil die Anfrage nicht beantwortet wurde, ein Kunde ist
verärgert, weil er sich nicht beachtet fühlt und kündigt. Der
finanzielle Verlust ist in solchen Fällen unter Umständen enorm. Was
meist noch schwerer wiegt, ist der Imageverlust, unter dem das
Unternehmen zu leiden hat. Das Gegenteil von dem, was erreicht werden
sollte, ist eingetreten.
Die aktuellen Methoden zur
Spambekämpfung sind äußerst leistungsfähig, was die Erkennung von Spam
angeht. Wir müssen uns also darauf konzentrieren, geschäftsrelevante
Mails zu erkennen und diese auf keinen Fall zu filtern. Eine der
effektivsten Methoden ist Whitelisting. Das Prinzip ist denkbar einfach:
Eine Mail, die von einem Sender bzw. Domäne kommt, die bekannterweise
keine Spammails verschickt, wird nicht auf Spam überprüft und kann damit
auch nicht gefiltert werden. Eine Liste, die diese Sender und Domänen
führt, wird als "Whitelist" bezeichnet.
Whitelisting korrekt einrichten
Wie Sie eine einfache Whiteliste mithilfe einer Mail-Adressregel erstellen, hatten wir Ihnen in unseren Tipps und Tricks vom Dezember 2007 vorgestellt.
Sie
können mehrere solcher Adressregeln erstellen oder alle Adressen in
einer zusammenfassen - dies ist eine subjektive Entscheidung. Gehen Sie
so vor, damit Sie und Ihre Kollegen es später nachvollziehen können.
Diese
Whiteliste bedingt eine regelmäßige manuelle Pflege durch den
Administrator. Hier kann schnell und unkompliziert die Domäne eines
neuen Kunden hinzugefügt werden. Solange dies nicht mehrfach täglich
erfolgen muss, ist dieser Weg für den Administrator durchaus
realisierbar. Wenn sich die Einträge häufen oder die Empfänger eine
E-Mail-Adresse in einer Domäne haben, die nicht pauschal als "gut"
definiert werden kann (z. B. max.mustermann@yahoo.com), bietet sich die
Einrichtung des automatischen Whitelistings an. Die iQ.Suite bietet dies
über einen Wall-Job an, der einmal eingerichtet wird und ab dann seinen
Dienst tut.
Die Arbeitsweise dieses Whitelist-Jobs hat folgendes Prinzip:
Wenn
die lokale Anwenderin (Alice) eine Mail an externen Empfänger (Bob)
schickt, kann davon ausgegangen werden, dass Bob kein potentieller
Spammer ist. Er wird also auf eine Whitelist gesetzt. Je nach
Konfiguration können folgende Absender-Empfänger-Einträge erzeugt
werden:
Eintrag für Bob als Person (z. B. bob@foobar.external) oder
Eintrag für Bob‘s Domäne (z. B. *@foobar.external)
und
Eintrag für Alice als Person (alice@group.de) oder
Eintrag für die gesamte Domäne (z. B. *@group.de) oder
Eintrag für "alle"
Diese
Einträge erfolgen in der Default-Einstellung in der Datenbank "iQ.Suite
Black-/Whitelist" (g_connect.nsf) unter einer Liste namens
"GeneralWhiteList". Ein Personen-Personen-Eintrag sieht dann wie folgt
aus:
Wall - Utilities - Black-/Whitelists:

Die Einrichtung dieses Jobs ist einfach:
Kopieren
Sie den Default-Whitelist-Job mit der Priorität 7400 "DEFAULT -
Whitelist Job", fügen Sie ihn ein und benennen Sie die Kopie um, so dass
Sie später erkennen, dass dies "Ihr" Job ist. Öffnen Sie ihn im
Editier-Modus, aktivieren und speichern Sie ihn. Sie benötigen keine
weitere Anpassung. Ab jetzt wird für jede E-Mail, die von einem Sender,
der im Adressbuch enthalten ist, an einen externen Empfänger geschickt
wird, ein Personen-Personen-Eintrag erzeugt: Der Absender wird als
Empfänger, der Empfänger als Absender eingetragen.
Der
Listeneintrag als solcher ist noch nicht ausreichend. Wenn eine Liste in
der Black-/Whitelist-DB als Whiteliste eingesetzt werden soll, muss sie
im nächsten Schritt in eine Mail-Black-/Whitelistregel eingepflegt
werden. In der mitgelieferten Regel "WLRuleAntiSpam" ist dies bereits
geschehen. Diese Regel muss nun im Anti-Spam-Job in die Abhängigkeit von
negierten Regeln aufgenommen werden. Neben der Adress-Whitelist-Regel
und der Formel-Regel "MailResentFromQuarantine" verhindert nun die Regel
"WLRuleAntiSpam", dass eine Spam-Prüfung für bekannte, "gute" Sender
stattfindet. Vergessen Sie nicht, die Regeln mit "Alle falsch" zu
verknüpfen!

Der
korrekte Umgang mit Black- und Whitelisten erfordert einiges an
Fingerspitzengefühl. Insbesondere die Frage, ob, und wenn ja, inwieweit
die Benutzer diese Listen pflegen dürfen, ist nicht pauschal zu
beantworten. In unseren Schulungen befassen wir uns im Rahmen der
Spam-Bekämpfung intensiv mit Black- und Whitelisting.