Artikel-ID: 270516201

Globale Steuerung der iQ.Suite über Parameter

Schlagwörter:  IBM Domino

Die Globalen Parameter der iQ.Suite gehen oftmals im Gewühle der Modulkonfiguration unter - zu Unrecht! Viele Einstellungen, das Fein-Tuning und grundsätzliche Verhaltensweisen lassen sich darüber steuern. Die verfügbaren Parameter finden Sie im jeweiligen Administrationshandbuch unter MODULÜBERGREIFENDE FUNKTIONEN - Globale Parameter Handbuch Version 18.1 Kapitel 4.1.8. Sicherlich finden Sie hier den ein oder anderen Parameter, der zum Ziel führt.

Allgemeines zu Globalen Parametern

Globale Parameter können entweder in der notes.ini oder im Admin Portal unter Global - Globale Parameter definiert werden. Die iQ.Suite setzt bereits bei der Installation Parametereinträge in die Datei notes.ini und im Frontend. Ist ein Parameter an beiden Stellen definiert, sind die Einstellungen des Eintrags im Admin Portal gültig, sie überschreiben diejenigen aus der notes.ini. Einige Parameter können nur in der notes.ini definiert werden, z. B. Toolkit_ExecDir oder Toolkit_DataDir. Sie erkennen am Hinweis "(nur notes.ini)" im Handbuch, ob der Parameter nur ebenda erfolgreich gesetzt werden kann oder auch über das Frontend.

Ist ein Parameter weder in der notes.ini noch im Frontend definiert/aktiviert, gelten Default-Einstellungen, die Sie den jeweiligen Beschreibungen im Handbuch entnehmen können.

Ein allgemeines Parameterdokument besteht aus den Registerkarten "Basics", "Advanced" und "Comments".

In der Registerkarte "Basics" vergeben Sie einen Namen und wählen einen Server aus, für den das Dokument Gültigkeit besitzt. Der Name des Dokuments als solches ist für die Funktionalität belanglos - er dient lediglich dem Verständnis für den Administrator. Unter "Schlüssel" tragen Sie den Parameternamen und unter "Wert(e)" den dazu gehörigen Wert ein. Diese Eintragungen müssen genau der vorgeschriebenen Syntax (siehe Administrationshandbuch) entsprechen.

Unter der Registerkarte "Advanced" können Sie im Feld "Mögliche Werte" die Parameterwerte eingrenzen und damit die Fehlerquote bei der Eingabe reduzieren, indem Sie nur bestimmte Eingabeformate im Feld "Wert(e)" in der Registerkarte "Basics" zulassen.

Festlegen des temporären Arbeitsverzeichnisses der iQ.Suite
iQ.Suite für IBM Domino

Beispielhaft besprechen wir einen Parameter, der gleich am Anfang nach der Installation/Update der iQ.Suite festgelegt und aktiviert werden sollte: "Toolkit_TempDir". Über ihn wird das temporäre Arbeitsverzeichnis der iQ.Suite festgelegt.

Um eine funktionsfähige Virenprüfung zu gewährleisten, wird im temporären Arbeitsverzeichnis der iQ.Suite eine ungefährliche Virus-Testdatei (EICAR, siehe http://www.eicar.org/anti_virus_test_file.htm) abgelegt. Dieses Verzeichnis ist per Default das Temp-Verzeichnis des Dateisystems, bzw. des angemeldeten Benutzers. Wenn Sie sich also als Administrator anmelden, befinden sich die temporären

Steuerung iQ.Suite Parameter

Wenn Sie sich den Inhalt dieses Verzeichnisses auflisten lassen, sehen Sie, ob sich die Arbeitsverzeichnisse der beiden Grabber unterhalb dieses Baumes befinden, wie im folgenden Fall:

iQ.Suite Log. Konsolenmeldung

Unterhalb der Verzeichnisse _td_grab und _tm_grab wird nun beim jeweiligen Grabberstart der EICAR-Testvirus zur Laufzeit abgelegt und geprüft. Wenn ein On-Access-Scanner aktiv ist und diese Verzeichnisse nicht vom Scan ausgeschlossen sind, löst der Testvirus einen Alarm aus. Der Parallelzugriff wird von den Grabbern "bemerkt" und sie beenden sich mit einer entsprechenden Fehlermeldung auf der Konsole, per E-Mail und im iQ.Suite Log. Konsolenmeldung:

08.08.2008 08:08:28 tm_grab: Error: temporary directory "C:DOCUME~1ADMINI~1LOCALS~1Temp" unusable (error 0x0080000a), maybe an on-access virus scanner running on this directory?

Unter "normalen" Umständen verbleiben die E-Mails nun so lange in der mail.box des Servers, bis das Problem beseitigt ist. Nur wenn die te_hook deaktiviert wurde, werden alle ein- und ausgehenden E-Mails ungeprüft zugestellt.

Um eben dies zu lösen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Stoppen Sie die beiden Grabber-Tasks (tell tm_grab quit, tell td_grab quit), falls nicht bereits gestoppt.
  2. Definieren Sie über Global - Globale Parameter ein sinnvolles Verzeichnis für die temporären Grabberdateien. Typischerweise liegt dies auf einer Nicht-Systempartition, wir nehmen für unseren Fall D:/Temp an. Sie müssen das Verzeichnis nicht manuell anlegen: Beim ersten Grabberstart wird es - die folgenden Änderungen vorausgesetzt - automatisch angelegt.

Der benötigte Parameter mit dem Schlüsselwert "Toolkit_TempDir" ist unter dem Namen "General temp directory" unter "Not active" bereits vorhanden:

iQ.Suite Tempdir
Tempdir open

Öffnen Sie das Dokument, editieren und speichern Sie es:

General temp directory

Das Ergebnis sollte dann in etwa wie folgt aussehen:

on access Ausnahme Verzeichnis

Nehmen Sie das Verzeichnis D:/Temp vom On-Access-Scanning aus. Jeder On-Access-Scanner bietet diese Möglichkeit, die korrekte Vorgehensweise entnehmen Sie bitte dem Handbuch des jeweiligen Scanners. Beispiel:

Starten Sie die beiden Grabbertasks (load tm_grab, load td_grab)

Sollte es aus (revisions-)technischen Gründen nicht möglich sein, das temporäre Verzeichnis vom On-Access-Scan auszuschließen, können Sie mit Hilfe des Globalen Parameters ToolKit_OnAccessScanCheck die iQ.Suite-interne Prüfung abschalten, indem Sie den Wert für diesen Schlüssel mit "OFF" belegen. Diesen Parameter müssen Sie neu anlegen (Global - Globale Parameter - Neu - General Global Parameter):

General Global Parameter
Weitere Informationen

Nicht alle möglichen Globalen Parameter sind im Admin Portal vordefiniert. Wenn Sie einen Parameter gefunden haben, der für Ihre Zwecke dienlich ist, so legen Sie ihn einfach neu an (siehe oben). Sie können ihn jederzeit deaktivieren oder löschen, wenn Sie ihn nicht mehr benötigen. Achten Sie beim Anlegen darauf, dass Schlüsselname und Wert korrekt sind, der Dokumentname ist irrelevant.

Globale Parameter sind unsere kleinen und großen Helferlein, die nicht nur das Verhalten der iQ.Suite entsprechend unseren Bedürfnissen steuern, sondern uns auch beim Debugging und Testing außerordentlich hilfreiche Dienste leisten. In unseren Schulung besprechen wir viele wichtige und nützliche Parameter, die - unter anderem - das Verständnis und den Umgang mit der iQ.Suite und ihren Modulen in vielen Fällen deutlich erleichtern.

Zuletzt aktualisiert am 27.05.2016


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